Bundestagsabgeordneter Stephan Pilsinger (CSU) besucht Döpfer Schulen München

Der Mangel an ausgebildeten Fachkräften im Gesundheits- und Sozialbereich ist weiterhin ein Thema, mit dem sich auch die Politik tagtäglich beschäftigen muss. Um hier Abhilfe zu schaffen, gilt es, die Berufe attraktiver zu gestalten und mehr Aufstiegschancen zu schaffen – zum Beispiel durch Vollakademisierung. Ob dies ein probater Weg sein könnte, diskutiert der Münchener CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger mit angehenden Physiotherapeuten der Döpfer Schulen München.

Als Arzt kennt Stephan Pilsinger unser Gesundheitssystem mit all seinen Stärken und Schwächen selbst wie aus der Westentasche. Der CSU-Politiker aus München, der als Bundestagsabgeordneter im Gesundheitsausschuss in Berlin sitzt, hat deswegen eine klare Meinung zur Zukunftssicherheit von Therapieberufen: „Die Vollakademisierung ist nicht der richtige Weg“, sagt er. „Um diese Berufe attraktiver zu gestalten und gleichzeitig keine zu hohen Hürden für den Einstieg aufzubauen, bietet sich die Teilakademisierung an.“ So stünden diese Berufe auch jungen Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss offen.

Hiermit stößt Pilsinger bei den 23 angehenden Physiotherapeuten im 1. Ausbildungsjahr an den Döpfer Schulen München auf offene Ohren. Denn rund ein Drittel von ihnen hat kein (Fach)Abitur. Bei einer Vollakademisierung wäre diesem Teil der Weg zum Beruf versperrt – was den ohnehin bereits akuten Fachkräftemangel noch weiter verschärfen würde. Dies bestätigt auch Chris Dallmeier, Praxismanager der Münchener Döpferpraxis „Therapie am Rotkreuzplatz“: Schon jetzt sei die Suche nach qualifizierten Therapeuten sehr schwierig. Sollten durch die Vollakademisierung noch mehr Fachkräfte fehlen, sei die Patientenversorgung in der Zukunft von Grund auf gefährdet.

Mit einer Teilakademisierung könne man zudem die Berufsfachschulen erhalten, so Pilsinger weiter, die ein elementarer Teil unseres auch international anerkannten, hochqualitativen Ausbildungssystems seien. Dies bestätigen auch zwei angehende Physiotherapeuten der Döpfer Schulen München, die auch deswegen extra aus Südtirol zur Ausbildung in die bayerische Landeshauptstadt gekommen sind.

Berufe gestalten – attraktiv und zukunftssicher

Den angehenden Physiotherapeuten geht es vor allem auch darum, dass sich die Ausbildung lohnen und sie sich jeder leisten können müsse. Dies könne durch die Abschaffung des Schulgeldes sowie eine Ausbildungsvergütung erreicht werden. Eine bundesweit einheitliche Ausbildung würde darüber hinaus gleiche Chancen für alle schaffen.

„Dies ist eine weitere große Baustelle“, weiß auch Stephan Pilsinger. In seinem Berufsalltag als Mediziner lernte er die enorme Leistung der Therapeuten schätzen. Umso bitterer sei es, dass sich viele, die diesen Beruf erlernen möchten, dennoch ein Leben in München aufgrund der hohen Mieten nicht leisten könnten. „Ich stehe deshalb für die komplette Schulgeldfreiheit von Therapieberufen und gleichzeitig für eine angemessene Vergütung.“  Eine Lösung hier könnte laut Schulträger Hubert Döpfer – ähnlich wie in der Altenpflege – eine Finanzierung über Umlage sein: Sämtliche Einrichtungen zahlen in einen Topf, aus dem der Lohn für die Auszubildenden genommen wird. Dadurch profitieren neben den Schülern auch die Einrichtungen selbst.

Dem schließt sich auch Stephan Pilsinger an. „Die Vorteile einer beruflichen Ausbildung liegen auf der Hand“, sagt er. „Anstatt eine gesamte Branche von Grund auf zu akademisieren, wäre es viel sinnvoller, stattdessen an der Intensivierung der Teilakademisierung zu arbeiten.“

So könnten die so wichtigen praktischen Kompetenzen aus der Berufsfachschule mit den wissenschaftlichen Kompetenzen einer Hochschule optimal verzahnt werden. Und so schaffe man Anreize für junge Menschen, einen Beruf im Sozial- und Gesundheitswesen zu ergreifen, indem sich zusätzliche Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten auftun.

Schulträger Hubert Döpfer, Standortleitung Wiebke Regner und Bundestagsabgeordneter Stephan Pilsinger (v.l.). Foto: Döpfer Schulen